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Das Bunkermuseum in Hanstholm

Sozusagen an der Nordwestspitze Dänemarks, westlich von Aalborg und wenige Kilometer nördlich von Thisted befindet sich der Ort Hanstholm, der neben seinem Fährhafen mit einem der lichtstärksten Leuchttürme der Welt besonders durch sein großflächiges Bunkermuseum bekannt geworden ist.

Mittelpunkt dieses gigantischen Museumskomplexes aus dem Zweiten Weltkrieg, der ganzjährig außer Januar für die Besucher geöffnet ist, ist die zeitweilig von bis zu 6.000 deutschen Soldaten belegte Kanonenstellung mitsamt einer noch oder wieder intakten Munitionsbahn, die heute in der warmen Jahreszeit die Touristen durch die Dünen fährt.

Die Festungsanlage, die zwischen 1940 und 1944 erbaut und mehrfach erweitert wurde, sollte der Kontrolle der Meerenge des Skagerraks dienen und ist Teil des sogenannten Atlantikwalls, einer Kette von auf Befehl Hitlers erbauter Befestigungsanlagen, die sich von Nord-Norwegen bis zu den Pyrenäen erstreckt.

Ohne die bei einer Fahrt mit der zur Museumsbahn umfunktionierten Munitionsbahn zu gewinnenden Eindrücke schmälern zu wollen, können die bleibendsten wohl bei einer Exkursion zu Fuß über das Museumsgelände gesammelt werden. Kernstück der Festungsanlage ist der Museumsbunker, der eine Fläche von etwa 3.000 Quadratmeter einnimmt. In seinem Mittelpunkt stand einst eine der vier riesigen 38 Zentimeter Kanonen, die zur Küstenbatterie “Hanstholm II” gehörten. Ihre Munition, die bis zu 55 Kilometer weit geschossen werden konnte, wurde wegen ihres Gewichts von 500 bis 800 Kilogramm auf den Waggons der Munitionsbahn auf teilweise unterirdischen Wegen aus den Munitionsbunkern in die Geschützbunker transportiert. Weiter gehören zum Museumsbunker noch eine Mannschafts- und Technikabteilung in denen heute originale Gegenstände wie Uniformen, verschiedene Waffen und ein Flugzeugpropeller betrachtet werden können.

Wie dieser Bunker sind weitere Mannschaftsbunker mit Unterkunfts-, Belüftungs- und Maschinenräumen auf dem weitläufigen Gelände des Freilichtmuseums der Batterie “Hanstholm I” und auch Munitionsbunker zugänglich. Ihre Erkundung und die von Überresten alter Schiffsgeschütze, von Granatwerfer- und Maschinengewehrstellungen und von Beobachtungsposten kommt einem kleinen Abenteuer gleich, welches zwar in die Zeit eines furchtbaren Krieges zurückführt und unter der hier konkret die Hanstholmer Bevölkerung durch ihre Zwangsevakuierung stark zu leiden hatte, das jedoch gleichzeitig als eindringliche Mahnung vor ähnlichen Szenarien zu verstehen ist. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Waffen der Hanstholmer Festung nur wenig zum Einsatz kamen und hier auch nur wenige Soldaten ihr Leben lassen mussten.

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